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Auktion 120 · Los 4260

Schwenter, Daniel

Deliciae Physico-Mathematicae

Schwenter, Daniel. Deliciae Physico-Mathematicae. Oder Mathemat: und Philosophische Erquickstunden. Darinnen Sechshundert Drey und Sechzig, Schöne, Liebliche und Annehmliche Kunststücklein, Auffgaben und Fragen, auß der Rechenkunst, Landtmessen, Perspectiv, Naturkündigung, und andern Wissenschafften genommen. 3 Teile in 1 Band. 6 nn. Bl., 574 S., 1 w. Bl.; 12 nn. Bl., 620 S., 2 Bl.; 7 Bl., 659 S., 18 nn. Bl. Mit Kupfertitel (in Pag.), 2 gestochenen Frontisipizen, 4 (3 gefaltete) Kupfertafeln sowie zahlreichen Textholzschnitten, davon einer mit beweglichem Drehzeiger (Teil II, S. 49). 19,5 x 15,5 cm. Pergament des 18. Jahrhunderts (ohne den Rücken, etwas berieben, fleckig und bestoßen). Nürnberg, Jeremiar Dümler, 1651-1653.
Zollinger I, 283. Dünnhaupt 1972, 2.I.1 (unter Harsdörffer). Faber du Faur 508. Poggendorff II, 878. Cantor II, 765 und 869. Smith I, 421. Thorndike VII, 594. Seebaß-Edelmann 936. Müller S. 82. Jantz 2299. Folkerts 14.10. Goedeke III, 119, 14. Feldhaus, Technik, 994 und 1009. Vgl. VD17 12:196878Q. – Teil I in zweiter, Teile II und III in erster Ausgabe. Es handelt sich um eine der bekanntesten mathematischen Aufgabensammlungen der Barockzeit. Harsdörffers früheste Buchveröffentlichung (erste Ausgabe im Jahre 1636), vornehmlich ein Werk seines Lehrers Schwenter; in dessen Todesjahr erschienen und von Harsdörffer in den späteren Auflagen immer wieder erweitert. Erst die folgenden zwei Bände entstammten ganz seiner Feder.

"Dieses, von Schwenter allein verfasste und von seinen Söhnen und Töchtern herausgegebene, dem Herzog August d. J. v. Braunschweig zugeeignete erste Werk der Deliciae handelt u. a. von Sonnen- und Schlag-Uhren, von der Astrologie, der Schreibkunst, chemischen Rezepten, der Musik- und Singekunst, der Feuer-, Wasser- und Schmelzkunst, der Architektur, der Optik usw." (Seebaß-Edelmann). Enthält eine Vielzahl von Rätselaufgaben und Tricks verschiedenster Gebiete, darunter Astronomie, Geometrie, Hydraulik, Optik, Musik u. a. m. Unter der Vielzahl von Apparaten und kuriosen Erfindungen findet sich auch die erste Darstellung und Abbildung eines Füllfederhalters (S. 520) sowie die erste Anwendung von Kettenbrüchen in einem deutschen Werk (die Huygens zu seiner Theorie der Kettenbrüche anregte), eine Senkwaage zur Bestimmung des spezifischen Gewichts von Flüssigkeiten und eine Art von magnetischen Telegraphen. "… presented many most entertaining machines, hydraulic and pneumatic. It has a description and picture which are said to be the first of a fountain pen. The tricks are taken partly from previous authors such as Nicolaus Taurellus and Cardan, or, more recently, Galileo" (Thorndike). – Bindung gelockert, etwas ausgebunden, vorderes Innengelenk verstärkt, Vorsatz mit Stempelrasur (unleserlich), wenige Papierläsuren, papierbedingt gebräunt, vereinzelt mit Gebrauchspuren. Mit 2 Pergamentlitzen als Griffregister.
Maße
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Schätzpreis
1.100–1.300 €