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Auktion 120 · Los 5130

Palmblatthandschriften

Wohl singalesische Palmblatthandschrift

Palmblatthandschrift. Singalesische Handschrift auf konturbeschnittenen Palmblatt-Stücken. 4 x 36 cm. 28 Bl. zwischen 2 Deckeln aus abgefastem Holz (eine Hanfschnur fehlt, die vorhandene mit kleiner Samenkapselperle). Südostasien 19.-20. Jahrhundert.
Bei der Schrift handelt es sich wohl um den bekannten Thai-Duktus, einem südostasiatischen Zweig der indischen Schrift wie die birmanische, Khmer- und laotische Schrift, die als Abugida zwischen Alphabet- und echter Silbenschrift steht. Anstatt von Papier oder Papyrus benutzte man im Südasiatischen Raum häufig halbgetrocknete Palmblätter, auf die die Schrift mit einem spitzen Griffel gewissermaßen "eingraviert" wurde, bevor sie ganz getrocknet und gepresst wurden. Die Schrift – als Wunde in der zarten Oberfläche – schwärzte aus und bildete einen Kontrast zur hellbraunen Fläche. Besonders religiöse Texte wurden vor dem Aufkommen des Buchdrucks in Palmblatthandschriften kopiert und somit überliefert, aber auch Liebeslyrik, Episoden aus den großen Epen etc. sind bekannt. – Möglicherweise nicht ganz vollständig, teils mit Ausbrüchen und Fehlstellen, Gebrauchsspuren. Buchkuriosum.
Maße
4 * 36
Schätzpreis
50–80 €